Brille oder lieber Kontaktlinsen?
Die Frage, ob die Brille oder Kontaktlinsen die bessere Wahl ist, um Sehfehler zu korrigieren, stellt sich sicher jeder Patient, der unter einer Fehlsichtigkeit leidet. Ein klares Pro oder Contra für die eine oder andere Seite kann aber pauschal nicht ausgesprochen werden, da hier viele verschiedene Faktoren Einfluss nehmen.
Wann die Brille ratsam ist
Die Brille beispielsweise muss bei einer Winkelfehlsichtigkeit zwingend eingesetzt werden, da Kontaktlinsen hierbei nicht helfen. Liegt eine solche Fehlsichtigkeit vor und werden Kontaktlinsen getragen, kann dies zu ständigem Kopfweh, Nackenverspannungen, Schwindel und Co. führen. Begründet werden die Beschwerden durch einen Muskelkater der Augen, der durch die nicht mit Linsen korrigierbare Winkelfehlsichtigkeit entsteht.
Ebenfalls kann bei vielen Formen des Schielens ausschließlich die Brille helfen. Unter Umständen wird von Linsen auch dann abgeraten, wenn der Patient an Diabetes leidet.
Wann die Kontaktlinsen ratsam sind
Aber es gibt auch einige Augenerkrankungen, bei denen eine Brille nur geringe Besserung verschafft und bei denen Kontaktlinsen deshalb unverzichtbar sind. So ist dies zum Beispiel bei einer irregulären Hornhautverkrümmung der Fall. Sie kann einzig und allein mit der Kontaktlinse behoben werden.
Weiterhin korrigieren Kontaktlinsen den Sehfehler genau dort, wo er entsteht, nämlich am Auge. Dadurch ließen sich insbesondere starke Fehlsichtigkeiten ab sechs Dioptrien mit der Linse deutlich besser korrigieren, als dies mit der Brille der Fall wäre.
Vor- und Nachteile von Brillen und Kontaktlinsen
Beide Varianten der Sehhilfen bieten einige Vor-, aber auch Nachteile. Eine Brille lässt sich oft einfacher reinigen. Zudem ist sie schneller aufgesetzt, was insbesondere bei Fehlsichtigkeiten wichtig ist, die eine Sehhilfe nur beim Lesen oder Autofahren erfordern.
Die Kontaktlinsen dagegen bieten den Vorteil, dass sie praktisch unsichtbar sind und neuerdings sogar die Augenfarbe verändern können. Für ein perfektes Styling können die Linsen also allemal sorgen.
Die Nachteile der Brille liegen oft im eingeschränkten Gesichtsfeld, aber genauso darin, dass die Brille auf der Nase in manchen Situationen als störend empfunden wird, etwa beim Sport und anderen körperlich anstrengenden Tätigkeiten.
Kontaktlinsen bergen den Nachteil einer recht aufwändigen Reinigung. Ebenso ist der Einsatz der Linsen für Ungeübte recht schwierig. Täglich muss die Reinigungslösung für die Linsen gewechselt werden, auch wenn hier andere Angaben oft genug gemacht werden. Doch Bakterien und Schleim, die sich auf den Linsen absetzen, finden sich sogar in der Reinigungslösung und würden schnell zur Eintrübung der Linsen führen. Darüber hinaus sollten Kontaktlinsen stets optimal auf den Träger angepasst sein, da sonst das Tragegefühl als unangenehm empfunden werden kann. Überdies sollten Patienten mit Augenerkrankungen ein bis zwei Mal im Jahr ihre Augen untersuchen lassen, unabhängig davon, ob sie Kontaktlinsen oder eine Brille tragen. Denn minimale Veränderungen der Sehstärke lassen sich durch den Fachmann frühzeitig erkennen, werden vom Patienten aber oft über lange Zeiten nicht bemerkt. Obwohl zahllose Menschen also Kontaktlinsen tragen können, kann keine pauschale Empfehlung für die eine oder andere Sehhilfe gegeben werden. Gerade junge Menschen haben das für sich erkannt und wechseln regelmäßig zwischen beiden Varianten.